Helmut Kohl, vom Magnetfischer zum Sondengänger

Gesetzesänderung seit 2020 verbietet das Magnetfischen in Bayern

Sollten Sie sich auf den Fluren im Weilheimer Westen über einen armschwingenden und grabenden Mitmenschen wundern, keine Angst, das sind Sondengänger! Also Zeitgenossen, die dem Hobby des Schatzsuchens nachgehen.
Bis zu 40 cm tief zeigt so ein Metalldetektor Fundstücke an. Ertönt ein Piepser, bedeutet das, „da is´was! Nach der groben Ortung wird dann ein 20 x 20 cm großes Wagestück mit dem Spaten ausgestochen. Zur ganz genauen Ortung wird schließlich der kleinere „Pinpointer“ benutzt!

Hunderte Fundstücke klebten schon an seinem Metalldetektor!

Vom Zylinderschlossschlüssel, diversen Hufeisen, Ochseneisen, Nägel, Schrauben, eine Anhängerkupplung, Eisensäge, Reichspfennige anno 1875, alle Teile von Landwirtschaftsfahrzeugen oder Feststagsmedaillen, alles steckt in Weilheims Äckern!

Wie gesagt, bisher war Helmut Kohl hobbymäßiger „Metallfischer“!
Das heißt, er ging mit einem starken Magneten „an der Angel“, die bis zu 20 Meter Seil hatte zum „Fischen“ an diverse Gewässer im Umland.
Mit dem Metallfischen ist das Suchen nach ferromagnetischen Gegenständen gemeint. In Bayern ist dies jedoch seit 2020 per Gesetz verboten! Hintergrund: Die „…Sesselbeamten meinten, dass mit dieser Technik fast nur noch Waffen und vor allem Munition gefunden werde, was für die „Angler“ selbst, aber auch für alle umstehenden Personen Lebensgefahr bedeute, was so nicht stimme, wie die Praxis gezeigt habe“, so Helmut Kohl.

Zwischenzeitlich hat Hein umdisponiert und betreibt deshalb „Sondengehen“

Etwa 50 Huf- und 30 Ochseneisen hat er schon aufgespürt. Und auch so manch´ andere Rarität. Einen Ehering oder zuletzt, ein Kreuz aus Messing mit einem doppelten Querbalken, den Kohl beim Landratsamt abgeben wollte. Nach gründlicher Reinigung entpuppte sich das Fundstücks als Wallfahrtsmedaille des Klosters Scheuern!.

„Wie eine Musketenkugel auf die umliegenden Felder gelangt, kann ich mir ja noch vorstellen, auch dass jemand seinen Ehering verliert“, so Helmut Kohl.
“Aber ein Doppelkreuz von 1871, mitten in einer Wiese in Weilheim, das regt schon die Phantasie an!“
Weiteres Expertentum soll in diesem Fall weiterhelfen. Weilheims Stadtarchivar Dr. Heberlein soll zu dem Fund befragt werden!
Ach ja, der Ehering! Dazu weiß Helmut Kohl durchaus eine tolle Nachforschungsgeschichte zu erzählen, die mit der Inschrift „24.4.1961“ zu tun hat! Oder auch, warum nichtmetallische Glasobjekte vom Suchgerät erfasst werden!

Übrigens darf nicht auf allen Äckern mit Sonden gearbeitet werden. Sperrgebiete sind etwa vermutete Erddenkmäler aus der Bronze- bzw. Hallstadt-Zeit. Lokationen, die deshalb im Bayern-Atlas rot eingefärbt sind. „Davon liegen viele auf Weilheimer Flur!“. Das heißt, sie dürfen in einem Abstand von 150 Metern nicht mit Sonden bestreift werden. Eine Selbstverständlichkeit ist auch die vorherige Nachfrage um Sucherlaubnis, bei den Grundstücksbesitzern! „Klar ist auch, dass Sondengänger jede Art von ausgegrabenem Müll mitnehmen und entsorgen“, stellt Kohl fest.

Noch eine Info!
Sollte jetzt Ihr Interesse geweckt worden sein, mit Hrn. Kohl auf Suche zu gehen, dann planen Sie ca. 2 Stunden dafür ein. Herr Kohl gibt Ihnen dann gerne nähere Auskunft.

…ergänzt bzw. aktualisiert nach Rücksprache mit Herrn Kohl, am 28.01.22

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Eingeordnet unter Arbeiten auf der Gleisstrecke WM-Peiß.brg., entlang der Au

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